Bist Du zu alt, um Surfen zu lernen?

Machen wir uns nichts vor: Surfen lernt man nicht an einem Tag. Auch nicht in einer Woche. Diese Warnungen hatten mich lange davon abgehalten, mich aufs Brett zu wagen. Bin ich mit 30 Jahren zu alt, um mit dem Surfen zu beginnen?  Wenn auch Du dich schon öfter gefragt hast, ob Du vielleicht zu alt bist, um jetzt noch mit dem Wellenreiten zu beginnen kann ich dich beruhigen: Bist Du vermutlich nicht. Außer Du bist 70. Aber auch dann keine Gewähr… Ich zeige dir, dass es bei mir auch mit 30 noch geklappt hat. Ich gebe dir zusätzlich Tipps, wie Du dich zwischen deinen Surftrips gut vorbereiten und fit halten kannst.

Surfen_Noosa_Australien beach

Mit 30 Surfen lernen? Erste Surfstunde in Noosa, Australien

Bei meiner ersten Surfstunde war ich 30 Jahre alt. Ich bekam sie in Australien von einer Bekannten. Beachbreaks und Weißwasser, perfekt für den Anfang! Die Trockenübungen am Strand hatten wir einfach übersprungen – wird schon klappen… Ab ins Wasser! Bei molligen 28 Grad Wassertemperatur stürzten wir uns ohne Neoprenanzug, in Bikini und Lycra in die (kleinen) Wellen. Die kurze Einführung meiner Bekannten staffelte sich in drei Stufen:

  1. Paddeln, geh auf die Knie

wenn das klappt

  1. Paddeln, spring in die Hocke

wenn das klappt

  1. Paddeln, steh auf!

Gesagt. Getan. Ich war erstaunt, aber es hat sofort geklappt! Im fehlerverzeihenden Weißwasser robbte ich mich zum ersten Mal auf das Brett. Und beim dritten Versuch stand ich wie ein echtes Surfer Girl auf dem Board und surfte bis an den Strand. Zumindest fühlte es sich so an. Die richten Profis surften nämlich weiter draußen, wo die richten Wellen brechen.
Auf dem ersten Erfolgserlebnis ruhte ich mich trotzdem aus. Ich fühlte mich wie eine Siegerin. Und das sollte auch so bleiben. Also pausierte ich. Es sollten 1,5 Jahre vergehen, bis ich das nächste Mal auf dem Brett stehen würde.

 

Zu alt zum Surfen? Mit 31 Jahren das Surfcamp auf Bali!

Kurz vor meinem 32sten Geburtstag flog ich mit einer Freundin nach Indonesien, Bali. Auf der südlich gelegenen Bukit-Halbinsel mieteten wir uns eine Woche im Kamafari-Surfcamp ein. Sieben Tage Surfkurs auf Bali! Padang Padang, Balangan und Uluwatu gehören zu den top Surfspots weltweit. Und wir waren mittendrin!

Im Gegensatz zu Australien absolvierten wir die bekannten Trockenübungen am Strand, dann ging es ins Wasser. Diesmal waren die Wellen höher und grüner, dazu lag unter uns das Riff. Die Wellen brachen also härter. Ich versuchte, nicht darüber nachzudenken und befolgte die Anweisungen des Trainers.

„Paddle!“ Paddeln, paddeln, paddeln… und mit einem Push des Surflehrers wurde ich in die Welle geschoben. Auf sein Kommando („Up!“) stellte ich mich, eins, zwei, drei, auf das Brett und surfte zum Strand. Wahnsinn! Es klappte!

Die nächsten Tage brachten Tiefschläge und Erfolge mit sich. Das Board wurde kleiner (gutes Zeichen, das heißt, ich wurde besser), dafür die Wellen größer. Ich fühlte mich oft wie im Schleudergang einer Waschmaschine. Und ohne den Schubs des Surflehrers gelang auch nicht jede Welle. Insgesamt klappte es aber erstaunlich gut.

Ich behaupte allerdings nicht, dass Surfen ein Kinderspiel ist. Man muss wirklich viel üben, um gut zu werden. Noch kann ich es selten ohne Schubs ;-) Ich bin noch weit von der eigenständigen Surferin entfernt. Ich merke aber, dass es auf jeden Fall machbar und keine Frage des Alters ist. Mein vorhandenes Boardgefühl ist definitiv eine große Hilfe! Dranbleiben und Spaß bei der Sache ist das Wichtigste. Eat, surf, sleep – repeat eben.

Der nächste Surftrip ist bereits gebucht. Wir sehen uns in Kolumbien!

Surfstunde Bali Balangan

Mit 30 Surfen lernen? Tipps, wie Du dich fürs Surfen vorbereitest

Zwischen den Surftrips wollte ich mich unbedingt fit halten. Mit diesen Tricks habe ich mich in der Zwischenzeit vorbereitet:

Longboarden

Noch in Australien kaufte ich mir ein Longboard, um auch Zuhause die Balance auf dem Board zu üben. Und weil Longboarden einfach Spaß macht! Glaube mir, ein gutes Boardgefühl erleichtert das Surfen der Wellen ungemein.

Snowboarden

Im Winter geht es ohnehin in die Berge zum Snowboarden. Surfen auf gefrorenen Wellen – ein bisschen zumindest.

Yoga

Um Muskeln aufzubauen und um an meiner inneren Balance zu arbeiten, mache ich fast täglich Yoga. Yoga hilft mir, mich auf das Wesentlich zu konzentrieren. Außerdem stärke ich bestimmt Muskelpartien, die ich zum Surfen brauche. Hier kannst Du dir Yoga-Übungen ansehen, die speziell auf die Bedürfnisse von Surfern abgestimmt sind.

Wakeboarden

In einem Sommer versuchte ich mich im Wakeboarden. Falls dir das liegt, mach das unbedingt! Auch hier bekommst Du ein Gefühl für das Brett – und das sogar auf dem Wasser! Bei mir haben allerdings die Armmuskeln nicht mitgespielt.

Surfstunden Bali

 

2 Comments Bist Du zu alt, um Surfen zu lernen?

  1. Anja 18. Februar 2016 at 19:25

    Hi Jana, du hast absolut recht – man ist nie zu alt. Ich kann zwar nicht sonderlich gut Wellenreiten, habe aber auch erst mit 30 mit dem Kitesurfen begonnen. Komischerweise fühle ich mich seitdem jedes Jahr jünger :) Dein Blog ist übrigens super – da komm ich doch gern öfters vorbei! Falls du dich auch fürs Kite interessierst, kannst du ja mal bei mir vorbeischauen: http://www.kitejoy.net
    Alles Liebe, Anja

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    1. Jana 26. Februar 2016 at 11:30

      Hi Anja, Kitesurfen steht auch noch auf meiner To Do Liste! Einen sehr schönen Blog hast Du da :-) Ich freue mich über Tipps zu Anfänger-Spots.

      Reply

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