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Geheimtipp Australien: Wild campen auf Fraser Island

Fraser Island gehört zu Australien und ist die größte Sandinsel der Welt. Kaum zu glauben: Es gibt wirklich keine betonierten Straßen auf dieser Insel. Fraser Island gehört zum UNESCO Kulturerbe und ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Australiens. Die zauberhafte Insel ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Viele Backpacker und Australier zieht es dort hin. Was viele nicht wissen: Wer Ausflüge abseits von Touristenpfaden und Massentourismus sucht, kommt auf Fraser Island dennoch auf seine Kosten. Du darfst nur einen Fehler nicht begehen: Buche keine Tour!

Die meisten Besucher konzentrieren sich auf die touristischen Highlights wie auf das Schiffswrack oder den tiefblauen Lake Mckenzie. Dort ist man selten allein. Doch abseits dieser Sehenswürdigkeiten hast Du die überwältigende Natur der Insel für dich allein – abgesehen vom gellenden Lachen des Kookaburras oder ein paar streunenden Dingos. Und vielleicht kreuzt ja sogar ein Wombat deinen Weg!

Papageien
Papageien

Fraser Island ist Teil des Great Sandy National Park und befindet sich an der Fraser Coast in der Region Subtropical Coast von Queensland. Um die Schönheit Fraser Islands in vollen Zügen zu genießen, solltest Du die Insel selbstständig erkunden. Es gibt natürlich zahlreiche Touren, die Du buchen kannst. Diese bieten sicher einige Vorteile. Du brauchst kein eigenes Auto, wirst in wenigen Stunden zu den Highlights der Insel gebracht und musst dich um nichts weiter kümmern. Lass es sein. Warum Du Fraser Island mit seiner fantastischen Tier- und Pflanzenwelt eigenständig erobern solltest, verrate ich dir jetzt.

Sieben Gründe, warum Du Fraser Island auf eigene Faust erkunden solltest

  • Du kannst dir eine Stelle zum Campen selbst aussuchen und dort übernachten wo es dir gefällt.

Ich mag keine überfüllten Campingplätze. Außerdem fühle ich mich mit 30 Jahren zu alt um mich abends unter die 19jährigen Backpacker zu mischen und Beerpong zu spielen. Zm Glück ging es meinen beiden Mitreisenden (Marcel und Marcel) auch so. Wir überließen die trinkfreudigen Backpacker also sich selbst und den Dingos und suchten uns einen wilden Stellplatz am Strand. Überall darf man sich allerdings nicht hinstellen. Die Abschnitte in denen Campieren erlaubst ist, sind gekennzeichnet. So wurde das Finden eines Stellplatzes manchmal ein Wettrennen mit der hereinbrechenden Dunkelheit und der anrollenden Flut. Geklappt hat es aber immer. Das tägliche Frühstück am Meer war Entschädigung für all die Aufregung!

  • Du kannst fotografieren was Du willst und hast keine getönten Scheiben vor deiner Nase wie bei den gebuchten Bustouren

Wir sind morgens immer sehr zeitig aufgebrochen und kamen daher an den Hotspots vor den Touristenmassen an. Beim Anrollen der Busse sind wir in eine ruhigere Ecke der Insel geflohen. Der Anblick der riesigen schwarzen Autos haben uns bestätigt: Alles richtig gemacht. So blieben wir manchmal stehen, um den Urwaldgeräuschen zu lauschen, im Freien zu kochen, Delfine zu beobachten, frische Luft zu atmen oder um Fotos zu machen. Wann immer wir wollten.

  • Du kannst Orte auf der Insel erkunden, zu denen die Touren nicht fahren. Beispielsweise der Strand mit den Schildkröten und den Leuchtturm.

Die meisten Touren enden im Norden der Insel, bei den so genannten Champagne Pools. Die hätte ich tatsächlich gern gesehen. Doch mal wieder war die Zeit knapp. Die Flut war im Anmarsch und wir mussten noch einen Schlafplatz finden. Den fanden wir natürlich, wenn auch sehr knapp. Am nächsten Morgen wanderten wir den Strand entlang zum Sandy Cape Lighthouse. Auf dem Weg dorthin wurden unsere Augen mit dem schönsten Meerblau, Delfinen und Rochen verwöhnt.

Delfine auf Fraser Island
Auf dem Weg zum Leuchtturm schwammen Delfine neben uns her!
  • Du kannst Pause machen und aussteigen wo Du möchtest Und die Natur bewundern oder Tiere anschauen.

Wenn dir eine Stelle gefällt, steig aus. So haben wir es gemacht. Das führt dazu, dass plötzlich Delfine direkt neben uns im Wasser geschwommen sind, genauso Rochen und Fische. Außerdem viele andere Tiere, Vögel, Echsen. Das Highlight war die Schaukel am Meer. Die befindet sich auf dem Strandabschnitt zwischen den Champagne Pools und der Leuchtturm. Lost in Paradise!

Schaukel am Meer
Eine Schaukel am Meer – Place to be
  • Obwohl die Insel touristisch erschlossen ist, bist Du quasi allein

Wir hatten zwar eine Karte dabei, haben uns aber selten daran gehalten. In der Regel sind wir einfach gefahren und haben uns überraschen lassen. Das hat zwar auch dazu geführt, dass wir uns oft verfahren haben und stets im Dunkeln unser Camp aufgebaut haben. Und viele so genannte Highlights (Die habe ich weiter unten nochmal aufgelistet) haben wir nicht gesehen. Dafür gab es zahlreiche andere Überraschungen wie ein Regenbogen über dem Meer, ein netter Leuchtturmwärter und ganz viel Ruhe.

Sanddüne Fraser Island Australien

  • Du kannst auch mal selbst durch den Sand fahren. Hier darfst Du sogar auf dem Strand am Meer entlang fahren!

Ein Traum für diejenigen, die gern Auto fahren: Ohen Straßen, ohne Begrenzungen oder Beschränkungen über den Strand düsen. Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite die abwechslungsreiche Natur, bestehend aus Regenwald, roten Felsen, Sanddünen, Dickicht. Noch nie zuvor habe ich so viel Abwechslung erlebt.

Mit dem Jeep auf Fraser Island

  • Die wilden Dingos können ganz schön lästig sein.

Die wilden Hunde konzentrieren sich hauptsächlich auf die großen Camps. Abseits wirst Du nicht so viele antreffen. Wir haben nur ein paar vereinzelte Tiere am Strand umherstreunen sehen. Nachts hat uns kein Tier besucht (Nur eine riesige Spinne!).

 

Tipps für deinen Besuch auf eigene Faust

 

  • Am besten mietest Du dir einen eigenen Jeep mit Allrad-Antrieb oder suchst dir jemanden, der schon einen solchen Jeep besitt und Erfahrung mit sandigem Untergrund hat.
  • Ich habe mir bei Facebook zwei Mitreisende (Marcel und Marcel aus Berlin) für die Insel gesucht. Ich gebe zu, ich hatte großes Glück: Einer der beiden Jungs reiste ohnehin mit seinem eigenen Jeep (inkl. Dachzelt und kompletter Campingausstattung! Jackpot!) durch Australien. So fielen keine Kosten für Automiete, Ausrüstung usw. an. Außerdem war Marcel bereits sehr erfahren, was das Fahren auf Sandstrecken angeht.
  • Das Fahren auf Sand sollte nämlich nicht unterschätzt werden. Immer wieder bleiben Autos im Sand stecken oder überschlagen sich. Beachte das, solltest Du in Erwägung ziehen, mit fremden Menschen ein Auto zu mieten.
  • Tipp: Lasse etwas Luft aus den Reifen, sonst kommst Du nicht gut vorwärts im Sand.
  • Bevor Du auf die Insel übersetzt, benötigst Du eine Erlaubnis für dein Auto und für dich sowie eine Campingerlaubnis für dich und ein Zelt. Alle wichtigen Informationen dazu findest Du hier.
  • Die Kosten für die Auto-Fähre betrage je nach Saison $165 bis $175 inkl. 3 Personen), die Fahrzeugmiete ca. $170 pro Kalendertag, die Nationalparkgebühren ca. $47 (Fraser Island Vehicle Access Permit) und die Campinggebühren ca. $6 pro Person.
  • Überlege dir vorher, wie viele Tage Du bleiben möchtest und melde an, falls Du auf einem Campingplatz übernachten möchtest.
  • Wenn Du wild Campen willst, achte auf die ausgewiesenen Plätze. Nur dort bist Du vor der ansteigenden Flut sicher.
  • Zum Thema Flut: Beachte die Ebbe- und Flutzeiten (Tide times) und suche dir rechtzeitig einen Stellplatz für die Nacht. Bei uns war es einige Male ganz schön knapp ;-)
  • Handyempfang ist miserabel bis gar nicht vorhanden. Zumindest abseits der Campingplätze.

Das sind die typischen Highlights auf Fraser Island

 

  • Der Süßwassersees Lake McKenzie mit seinem weißen Sand und dem türkisblauen Wasser
  • Der glasklare Eli Creek
  • Mit einem 4Wheel-Drive den 120km langen 75 Mile Beach erkunden
  • Das historische Schiffswrack der SS Maheno
  • Ein erfrischendes Bad in den Champagne Pools
  • Die Übernachtung auf einem der naturbelassenen Campingplätze
  • Es gibt zahlreiche Wanderwege, die die Erkundung der Insel zu einem Abenteuer werden lassen!
  • Tiere wie Schildkröten, Wale, Delfine, Rochen und Dingos in freier Wildbahn!

Hast Du weitere Tipps? Oder sogar eine Wanderung gemacht und magst mir darüber etwas erzählen? Ich freue mich über Nachrichten und Kommentare!

Geheimtipp Nicaragua: Camping am Telica Vulkan

Der Telica Vulkan in Nicaragua ist der Wahnsinn! Eines meiner Reise-Highlights (neben Australien) der letzten Jahre war definitiv Zentralamerika. Genauer gesagt Guatemala und Nicaragua. Dort war ich im Mai und Juni 2014, also im letzten Jahr. Da diese beiden Länder nicht bei jedem auf der Bucket List stehen, verrate ich dir hier einige Tipps von meiner Reise. Diesmal möchte ich dir den Aufstieg auf und die Übernachtung am Telica Vulkan ans Herz legen. Dich erwarten atemberaubende Natur, Wildpferde, glühende Lava und natürlich ein Vulkan. Da der Telica Vulkan noch aktiv ist, steigt sogar permanent schwefelhaltiger Rauch auf. Der Telica Vulkan steht ein wenig im Schatten des berühmteren Vulkans Concepción auf Insel Ometepe. Das ist allerdings der große Pluspunkt, denn den Telica Vulkan hatten wir quasi für uns allein. Abgesehen von ein paar einheimischen Bauern, Rindern und Wildpferden trafen wir niemanden.

 

Von San Juan der Sur zum Telica Vulkan

Papageien in Suan Juan del Sur
Papageien in Suan Juan del Sur

Die erste Station der Reise war das Surferstädtchen Suan Juan del Sur. Hier mischen sich gediegene Surfer mit jungem Partyvolk. Vor allem der Sunday Funday zieht zahlreiche junge Backpacker an. Ich war, ehrlich gesagt, froh den Trubel hinter mir zu lassen. Mit einem so genannten Chicken Bus ging die Reise weiter in die zauberhafte Provinzhauptstadt León. Im Hostel angekommen, buchten wir sofort einen Zwei-Tages-Trip mit Camping zum noch aktiven Telica Vulkan. Kosten: Knapp 30 €, inklusive Zelt, Isomatte und Verpflegung.

Der Telica Vulkan

Der Telica Vulkan liegt knapp 15 km östlich von León. Er ist 1061 Meter hoch und gilt als einer der aktivsten Vulkane Nicaraguas. Der Vulkankomplex besteht aus mehreren ineinander verwachsenen Kegeln, die größtenteils in Nordwest-Südost-Richtung angeordnet sind. Im steilen Hauptkegel befindet sich ein Doppelkrater mit 700 Metern Durchmesser und etwa 120 Metern Tiefe.

Vulkankette Telica Vulkan

 

Aufstieg und Camping am Telica Vulkan

Das erste, das uns positiv auffiel war die kleine Gruppe: Mit uns waren wir fünf Leute plus Guide und einen Träger für die Verpflegung. Wir wurden von einem Fahrer abgeholt und sprangen samit Gepäck auf die Ladefläche einer Pritsche. Gut festhalten! Das Abenteuer begann schon bei der Fahrt!

Fahrt zum Telica Vulkan

Zelt, Isomatte usw. wurde vom Hostel gestellt. Es war aber ohnehin warm genug um auch im Freien schlafen zu können. Der Aufstieg dauerte ca. vier Stunden und war sehr heiß (genug Wasser mitnehmen!), wir wurden aber mit einer abwechslungsreichen Tier- und Pflanzenwelt sowie mit atemberaubenden Ausblicken belohnt. Unterwegs begegneten wir Blattschneideameisen, exotischen Vögeln wie Kolibris oder dem Brauenmotmot (Nationalvogel Nicaraguas), sowie Pferden und Bauern mit ihren Rindern.

Telica Vulkan Bauern mit Rindern

Oben angekommen zauberhafte Wiese am Fuße des Vulkans, wo wir zuerst unsere Zelte aufschlugen. Danach ging es das erste Mal hoch an den Krater – Sonnenuntergang gucken.

Camp am telica Vulkan Nicaragua
Unser Camp am Fuß des Telica Vulkans
Aufstieg zum Krater Telica Vulkan
Besteigung des Kraters

Anschließend bereitete unser Guide ein einfaches aber leckeres Mahl aus Reis und Chicken (Für mich als Vegetarierin gab es statt Hühnchen Gemüse) zu. In der Dunkelheit steigen wir noch einmal hoch zum Vulkankrater. Wir beugten uns vorsichtig über den Rand des Telica Vulkans und beobachteten die glühende Lava am Grunde des Vulkans. Nach einigen Bierchen (Wie durch Zauberhand erwartete uns ein Einheimischer mit einer Kühlbox voller Getränke, die wir kaufen konnten) waren wir alle müde und legten uns zeitig schlafen.

Zelte Camping Telica Vulkan

Im Zelt war es viel zu heiß, man konnte aber ohne Probleme im Freien schlafen. Ab und zu ist ein Pferd vorbeigetrottet. Abenteuer Wildnis! Um 4:30 Uhr wurden wir geweckt und stiegen nochmal auf den Krater des Telica Vulkans. Bombastisch!Sonnenaufgang Telica Vulkan

Sonennaufgang Telica Vulkan früh telica Vulkan Sonenaufgang

Der Abstieg war zum Glück um einiges leichter als der Aufstieg, da wir noch vor der Mittagshitze aufbrachen. Unten angekommen wartete wieder der Fahrer des Pritschenwagens auf uns und brachte uns zurück zum Hostel.

Vögel am Telica Vulkan

Sechs gute Gründe, warum Du den Telica Vulkan besteigen solltest

  • Du kannst in den Krater schauen und glühende Lava beobachten.
  • Campen inmitten von Wildpferden und am Fuße eines aktiven Vulkans sind ein Erlebnis, das Du gemacht haben solltest!
  • Kleine Gruppen (Zumindest bei der Tour in unserem Hostel)
  • Der Telica Vulkan ist touristisch nicht so überlaufen wie der Vulkan Concepción auf Insel Ometepe
  • Fantastische Flora und Fauna
  • Du erlebst beim Camping sowohl den Sonnenuntergang als auch den Sonnenaufgang.