Frau kauft VW Bus – Das musst Du bei der Besichtigung beachten.

Kaum zu glauben, aber wahr: Ich bin stolze VW Bus Besitzerin. Ein VW T3 Camper mit Hochdach ist seit gestern meiner! Der Weg dorthin war nicht einfach. Zumal die Zeit knapp und das Budget schmal waren. Gesucht habe ich knapp vier Monate. Als Frau ohne Ahnung vom Autokauf war mein Unwissen eine zusätzliche Herausforderung. Um es dir leichter zu machen, erfährst Du in meinem anderen Blogbeitrag, welche Faktoren Du beim Kauf eines VW T3 beachten musst. Die Tipps sind sicher auch für männliche Laien nützlich. ;-)

Ich hatte noch nie zuvor ein Auto angeschaut. Daher habe ich mir bei einigen Bullis Unterstützung mitgenommen. Ich war erstaunt, was so alles zum Vorschein kam!

Händler vs. Privatperson

VW Bus beim Händler kaufen

Vorab kann ich schon einmal sagen: Die Autos der Händler haben sich so gut wie immer als Pfuscherei herausgestellt. Das soll nicht heißen, dass alle Händler Pfuscher sind, aber man merkt doch schnell, wer im Herzen ein VW Bus-Fan ist und wem es nur darum geht, das Auto gewinnbringend zu verkaufen. Vielleicht lag es aber auch an meinem Budget von 3.000 €, dass ich Pech mit den Händlern hatte.
Tipp: Sei misstrauisch, wenn ein Händler privat verkauft. Dann muss er dir nämlich nicht ein Jahr Garantie geben. Und wenn er weiß, dass das Auto in Ordnung ist, gibt er dir die Garantie.

VW Bus bei einer Privtperson kaufen

Auch bei Privatpersonen merkst Du schnell, wer viel Liebe in seinen Bus gesteckt hat und wer ihn einfach nur los werden will. Manch einer möchte das Auto sicherlich los werden, weil er kein Geld mehr in Reparaturen stecken kann und will. Nicht jeder ist ehrlich beim Verkauf.

Checkliste für den VW Bus Kauf

Egal ob Autohändler oder Privat – natürlich kann man in ein Auto nicht hineinsehen. Eine Überraschung kann immer aufkommen. Dennoch ist es schon einmal gut, wenn du folgende Punkte beachtest:

  • Kaltstart: Lege Wert auf einen Kaltstart (Auto sollte noch nicht gestartet sein. Ob es heimlich schon vorab gestartet wurde, merkst Du schnell indem Du schaust ob der Motor warm ist oder kalt.)
  • Rost: Rost ist der Feind. Vor allem wenn man selbst nicht schweißen kann. Daher schau dir genau an, an welchen Stellen der Bus ggf. Rost hat. Und bedenke: Viele verstecken den Rost unter Lack oder Unterbodenschutz.
    Wie sieht der Unterboden aus (Schraubenzieher mitbringen. Ich hatte nie einen dabei und habe daher manchmal mit dem Schlüssel getestet, ob die Stelle durch ist.)? Erkennst Du eine Wölbung des Unterbodenschutzes, Risse, Löcher, morsch klingende Stellen, dann stocher ein bisschen herum oder kratze den Unterbodenschutz ab.
    Radläufe: Schau in die Radläufe. In die Radkästen (von innen).
    Tragende Teile: Vor allem bei tragenden Teilen wie Achsen oder dem Schweller sollte kein Rost vorhanden sein!
    Nahtstellen: Oft befindet sich auch Rost in den Nähten. Mir wurde häufig gesagt, „Das kannst Du ganz leicht schweißen“. Ich kann aber nicht schweißen und ich kenne auch niemanden, der mir ein Blech an das Auto schweißen kann. Daher habe ich die Autos nicht genommen.
    Ein bisschen Oberflächenrost an unwichtigen Stellen ist verschmerzbar.
  • Lack: Oft sind die Busse in einer anderen als der ursprünglichen Farbe lackiert oder gerollt. schau genau hin, ob damit etwas vertuscht werden soll. Gerade in den Radläufen und an den Nahtstallen rosten Bullis gerne. Mir wurde oftmals gesagt, dass der Rost entfernt und erst danach mit Farbe überlackiert wurde. Ob das tatsächlich so gemacht wurde, oder ob sich doch Rost darunter befindet, findest Du folgendermaßen heraus: Bei unebenen Stellen ioder gar Bläschen
  • Reifen: Wie alt sind die Reifen tatsächlich und ist das Profil noch tief genug?

Tipp: Auf der Internsetseite von Vans 360 könnt Ihr noch einmal detailliert nachlesen, wie man Blender erkennt.

 

Abenteuer Besichtigung – mein Erfahrungsbericht

Jede VW Bus Besichtigung verlief anders. Bei manchen war ich allein, bei anderen hatte ich Freunde dabei. Teilweise war ich bei dubiosen Händlern (wusste ich vorher nicht), teilweise bei dubiosen Privatverkäufern (wusste ich ebenfalls nicht vorher), dann wieder bei ganz netten Menschen. Was mich dort jeweils erwartete, habe ich zusammengefasst.

Teil 1: VW T4, Hochdach, Händler, Berlin Köpenick

T4 Berlin Köpenick
Was wohl unter den Zeitungen versteckt wurde?

Hier war ich eigentlich wegen eines Ford Transits, der bei Ebay Kleinanzeigen inseriert war. Denn anfangs war ich noch offen für andere Auto-Modelle. Allein, da niemand Zeit hatte mitzukommen. Dann stand da plötzlich, frisch eingetroffen, der VW T4. Laut Händler mit frischem TÜV, neuem Lenkrad, neuem Auspuff, alles top. Für 3.500 €. Mein Herz machte einen Sprung vor Freude. Der Verkäufer fuhr mich netterweise zur S-Bahn, erzählte mir von seinen Kindern und erschlich sich mein vollstes Vertrauen.

Einen Tag später kam ich mit einem Profi aus dem T4 Forum wieder. Der VW T4, das einen Tag zuvor noch wie das Traumauto erschien, stelle sich als Desaster heraus:

  • Einen Tag später hatte das Auto doch keinen neuen TÜV mehr „Nächste Woche muss ich nochmal hin, dann bekommt er TÜV“
  • Das Hochdach ist vollkommen undicht à Mit Bauschaum vertuscht (Gut, dass wir den Himmel beiseitegeschoben und dahinter geschaut haben)
  • Unterboden und Radläufe durchgerostet
  • Pollenfilter fehlt
  • Wasserdüse an der Heckscheibe kaputt
  • Außenspiegel nicht verstellbar
  • Beim Fahren stinkt es nach Gas
  • (eigentlich hat nichts funktioniert außer dem Licht im Beifahrerspiegel)
  • Reifen 11 Jahre alt „Die sind ganz neu“

 Teil 2: VW T4, Transporter, Händler, Pankow, 3.500 €

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Viel abgeklärter als beim Händler davor, kam ich bei diesem Händler an. Fragte nach TÜV, prüfte das Alter der Reifen, nahm die Radkästen auseinander, schaute in die Motorhaube (wobei der Motor eines Autos für mich nach wie vor ein undurchdringbares Gewirr ist) und schaute wissend (obgleich vollkommen unwissend). Stellte Fragen über Fragen. Auf der Stirn des Verkäufers bildeten sich Schweißperlen.

  • Rost konnte ich keinen finden (top!)
  • Grüne Plakette hat er (top!)
  • Innen leider total heruntergekommen da als Transporter verwendet.
  • Vorne rechts viele Dellen. Zu mir wurde gesagt, nicht so schlimm. Meinem Kumpel am Telefon hat er gestanden, dass es sich bei dem T4 um ein Unfallauto handelt.

Teil 3: VW T4, Hochdach Selbstausbau, Händler, Pankow, 3.200 €

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Weiter ging die wilde Suche. Noch ein letztes Mal gab ich einem Händler die Chance. Und führ nach Pankow. Diesmal hatte der Verkäufer nicht einmal versucht, etwas zu vertuschen. Er hat gleich zugegeben, keine Ahnung von Bullis zu haben. Keine Frage konnte er mir beantworten.

Und tschüss!

  • Bilder habe ich trotzdem fleißig gemacht. Wie man sieht wurde der Bus angefangen auszubauen.
  • Dem Selbstausbau traute ich aber nicht über den Weg.
  • Und dem Verkäufer auch nicht.
  • Auf den Fotos ist wohl zu erkennen, dass die Bremsseile durch sind (Ich erkenne es nicht, aber ich bin auch kein Profi.).

Teil 4 : VW T3, Hochdach Selbstausbau, Privatperson, Braunschweig, 3.000 €

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Ein netter Kerl aus einem T3-Forum hat diesen T3 in Braunschweig entdeckt und für mich geprüft. Anscheinend ganz viel Rost, jedoch nicht an tragenden oder relevanten Stellen. Auf 3.000 € hat er den Verkäufer heruntergehandelt. Und einen Besichtigungstermin für mich vereinbart.

Ich bin also am Wochenende in den Zug gesprungen und nach Braunschweig gefahren. Doch dort erwartete mich nicht nur die letzte Rostlaube, sondern auch ein Verkäufer der von seinem Auto absolut keine Ahnung hat. Er war damit Campen und hat jetzt keine Lust mehr, da sein Reisekumpel nicht mehr verreist. Also muss das Auto weg. Zunächst war mir das egal, doch keine meiner Fragen konnte beantwortet werden.

  • Rost an den Nähten (Ich habe nur mit dem Daumen dagegen gedrückt, und das Ding war durch!) so viel zum Thema „Der ist top, komm nach Braunschweig und schau ihn dir an“)
  • Raucherauto
  • Bremse hat nicht funktioniert (Wie ist der damit im letzten Jahr heil durch die Masuren gefahren?)
  • Dilettantischer selbstaufbau
  • Ansonsten ok. Für jemanden, der schweißen kann sicher kein Problem.
  • TÜV läuft im, September 2015 ab. Nicht bereit, neuen TÜV zu machen. Aha!

 

Teil 5: Mercedes Mb 100, Privatperson, Prenzlau (Uckermark), 3.200 €

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Es musste anfangs kein VW Bus sein. Ich hätte auch ein anderes Auto sofern es gut in Schuss wäre. Das hat mich nach Prenzlau zu einem sehr schönen MB100 geführt.

Die Fahrt mit dem Regionalexpress war malerisch. Zauberhafte Felder und endlos viele Seen zogen an mir vorüber. Dort fahre ich als erstes hin – mit meinem eigenen Camper!

In Prenzlau am Bahnhof angekommen, empfing mich ein netter Alt-Hippie mit einem schönen Auto. Wirklich schön.

  • Fuhr sich sehr gut!
  • Solarzelle, Fliegengitter, Wechselrichter, Schränke, Bett, fahrradträger – alles dabei!
  • Rost: ja. Nur wenig aber ja. Und das auch noch an einem tragenden Teil. Der nette Man meinte, er schweißt mir das noch weg. Hat er auch gemacht, wie ich erfahren habe. Doch in der Zwischenzeit kam mir mein Traumauto mit nagelneuem TÜV, ohne Rost und T3 (!) dazwischen.

Teil 6: VW T3, Hochdach, Privatperson, Berlin Pankow, 3.200 € – Kauf ich!

Und hier das Auto, das ich letztendlich gekauft habe. Ich freue mich auf viele Fahrten ans Meer, durchs Land und auf Festivals!
Es handelt sich um einen 30 Jahre alten VW T3. Gefunden habe ich ihn bei Ebay Kleinanzeigen. Fahren musste ich nicht weit. Er stand in Berlin Pankow. Rost hat er keinen, außer ganz bisschen am Hochdach.  Den muss man aber mit der Lupe suchen. Der Bus stand wohl im Winter immer in der Garage.TÜV wurde am selben Tag noch neu gemacht, ich habe also zwei Jahre Ruhe. Das sprach für den Bus. Die Surfbretthalterung hat mich auch ein wenig beeindruckt. Ich habe mich bildlich mit Bulli und Surfbrett am Strand campen sehen. Bulli habe ich jetzt, fehlt nur noch das Surfbrett ;-)

Der Lack ist nicht so toll, gebe ich zu. Früher war der Bus wohl mal weiß, mittlerweile ist er mit Rostschutzfarbe überlackiert. Innen ist er noch nicht vollständig ausgebaut. Aber ein Bett ist bereits drin, Küche auch. Ich freue mich, dass ich mich noch ein wenig austoben und den Bus nach meinem Geschmack gestalten kann.

Die besten Tipps zum VW Bus kaufen
Diesen Bus hatte ich für 3.000 Euro in Berlin gekauft. Damals war er noch rot gestrichen und hatte einen kaputten Motor.
Wie man einen VW T3 Bulli kaufst
Mittlerweile ist Balu Blau und hat einen neuen Motor – und ein H-Kennzeichen. :-)

Habe ich etwas vergessen? Ich freue mich über Eure Tipps, was man beim VW Bus Kauf beachten sollte.

4 Comments Frau kauft VW Bus – Das musst Du bei der Besichtigung beachten.

  1. Martib 8. Juli 2015 at 13:12

    Wirklich schöner, spannend zu lesender Artikel! Habe sogar noch was gelernt. :-)
    Nur woher kam jetzt das gute Stück, was es geworden ist? Und wieviel kam er? Und wie lange hast Dich die Suche auf Trapp gehalten?

    Was man am Text dennoch optimieren könnte:
    – weniger Stichpunktstil und Mut zu längeren Sätzen
    – Nicht ganz so deutlich die Mädchenperspektive in den Vordergrund stellen. Das Thema könnte auch die andere Hälfte der Bevölkerung interessieren. Viele Jungs haben auch kaum Ahnung von Auto, schon gar nicht von Bullys. Oder muss es im Konzept des Blogs so sein?

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    1. Jana 8. Juli 2015 at 15:55

      Hey Martin, vielen Dank!
      Ich habe den Beitrag um einen Bericht zum gekauften Bulli ergänzt. Gekostet hat er 3.200 €.
      Und ja, der Blog richtet sich an Frauen (Nachtrag: Damals war die Zielgruppe Frauen) daher habe ich die Tipps speziell für Frauen formuliert. Das soll dich aber nicht davon abhalten, dir Tipps von der Seite zu holen ;-)
      Männer sind natürlich auch als Leser willkommen. Ich habe allerdings beim Kaufen und Suchen festgestellt, dass es einen gewaltigen Unterschied macht, ob Du eine Frau bist.

      Die Stichpunkte und kürzere Sätze dienen der Usabilty, der Lesbarkeit und natürlich SEO. Das bleibt also wie es ist – sorry ;-)

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  2. Kaati 12. November 2015 at 22:14

    Hey Jana, wirklich schöne Seite. Auch ich bin Bloggerin (www.cruisingcampersblog.de) und fahre einen VW T3. Vielleicht guckst du mal bei mir vorbei. Kleiner Besichtigungstipp: Man kann bei jedem TÜV einen so genannten Gebrauchtwagencheck machen lassen. Der kostet ca. 80€. Klingt erstmal viel, aber wenn das Auto gut ist freut man sich es mit gutem Gewissen zu kaufen. Wenn es Mängel hat ist man entweder froh nicht die Katze im Sack gekauft zuhaben oder hat bei kleineren Mängeln fundierte Argumente um den Kaufpreis zu drücken.

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    1. Jana 27. November 2015 at 20:39

      Hallo Kaati, vielen Dank für deinen wunderbaren Tipp! :-)

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